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KG in Frei- und Straßburg

Mengdener Essele treffen die Elsässer Störche

Unser Wappentier am Markt staunte nicht schlecht, als am frühen Pfingstsamstagmorgen schon soviel Betrieb auf dem Parkplatz war. Pünktlich um 6.00 Uhr chauffierte uns der Busfahrer von Rheinland-Tours mit dem Doppeldeckerbus Richtung Elsass, genauer Richtung Freiburg im Breisgau.

Tag 1
Gegen Mittag erreichten wir unser Domizil für die nächsten zwei Tage bzw. Nächte. Die Koffer wurden in einem Aufbewahrungsraum schnell abgestellt, denn in der Stadt erwarteten uns bereits Stadtführer, die uns mit den berühmtesten und den versteckten Sehenswürdigkeiten von Freiburg bekannt machen wollten. In drei Gruppen aufgeteilt, durchstreiften wir die Gassen und Gässchen und stellten fest, dass Freiburg eine Menge zu bieten hat. Das Münster (nicht so schön wie der Dom), mit vielen architektonischen Feinheiten versehen, die Fachwerkbauten, liebevoll geschmückten Gässchen und die vielen kleinen Wassergräben innerhalb der Fußgängerzone. Über die Wassergräben wird erzählt, dass der- oder diejenige, der/die unfreiwillig in die Wasserrinne tritt oder fällt eine Freiburgerin oder einen Freiburger ehelichen muss. Über Einzelschicksale dieserart wurde allerdings im Kreise der Essele nichts bekannt.
Nach ca. 90 Minuten waren wir soweit im Bilde, dass wir uns frei in Freiburg bewegen konnten und somit den Tag wie geplant zur freien Verfügung ausklingen lassen konnten. Das sich die Essele dabei immer über den Weg liefen, tat sein übriges dazu und so hörte man immer wieder aus allen möglichen Stadtwinkeln das altbekannte „Mengde, Iaah“.
Die „wenigen“ Fußballfans von Freiburg und Schalke störten dabei nicht, ließen sich aber nicht auf einen Alternativschlachtruf ein.

Tag 2
(Regen! – die Frisur hält) begann auch recht früh, da für diesen Tag drei Ausflugsziele geplant waren: Elsass Rundfahrt nach Colmar, Riquewihr (seitens des Busfahrers als Reykjavik bezeichnet) und Breisach. Aufgrund des Grenzgebietes waren wir mal in Frankreich, dann Deutschland, wieder Frankreich oder doch noch in Deutschland? Wer nicht aufmerksam war, verpasste schnell den Anschluss und die Orientierung. Colmar ist bekannt für seine historisch wunderbar erhaltenen Fachwerkhäuser; die Kanäle, die zu einer Rundfahrt wie in Venedig einladen oder den Anspruch, als Hauptstadt des elsässischen Weines zu gelten. Hier begegneten wir auch immer häufiger dem Wappentier des Elsass: dem Storch. Auf so manchen Dächern waren Storchennester angelegt und immer wieder sahen wir den Adebar hoch oben über die Häuser blicken. In den Straßen bzw. Geschäften als Stofftier vertreten, auf Gläsern, Schlüsselanhänger, Teller und Tassen, also auf allem, was das Touristenherz höher schlagen lässt.
Riquewihr, ca. 15 KM von Colmar entfernt, bot uns als eines der schönsten Dörfer Frankreichs eine nahezu komplett erhaltene Altstadt mit den historischen Befestigungsanlagen aus dem 16. Jahrhundert. Trotz des Besucherstromes war es ein angenehmes Gefühl die Vergangenheit hier zu spüren. Von hier führte uns die Rundfahrt nach Breisach zur Sektkellerei Geldermann.
In einer höchst interessanten und kurzweiligen Führung erfuhren wir einiges über die Historie des Sektkellerei und deren einzigartiger Flaschengärung. Das Endprodukt konnten wir in Ruhe probieren und lernten die optischen sowie geschmacklichen Unterschiede des Sektes kennen. Natürlich konnten wir auch hier die Gastgeber nicht ohne unseren Schlachtruf verlassen. In Freiburg zurück kehrten wir als geschlossene Gruppe in das Brauhaus am Münster ein und ließen den Abend bei Schweinshaxe und ähnlichem ausklingen. Hierbei entwickelte unser Busfahrer einen regen Appetit, nach dem Motto, nur mit einer Haxe hinkt man … .

Tag 3
(Regen! – die Frisur hält noch immer) begann schon wieder recht früh. Aufstehen, frisch machen, frühstücken, Koffer packen, verabschieden und mit dem Bus nach Straßburg. Mit dieser berühmten Stadt sollte unser Elsass-Wochenende einen gelungenen Abschluss finden. Doch auch hier spielte das Wetter leider nicht mit. Die Fremdenführer gaben sich sehr viel Mühe uns die historischen Gebäude und kleinen Stadtviertel mit ihren Geschichten näher zu bringen, aber so mancher dachte eher an ein trockenes Plätzchen mit einer Quiche oder einem Gläschen Wein. Dennoch war es ein interessanter Einblick in die vielfältige Geschichte dieser Stadt. Mit dem nötigen zeitlichen Freigang konnten wir später auf eigene Faust die verwinkelten Gassen erkunden. Der Doppeldecker erwartete uns pünktlich um 17.00 Uhr, um die wegen des regnerischen Klimas leicht klammen Essele wieder nach Menden zu bringen.

Fazit
Zwar konnte das Tour Team nicht für klimatisch einwandfreie Bedingungen sorgen, aber die Dinge drumherum waren bestens vorbereitet und organisiert. Wer nicht auf seine Kosten kam, war es selber schuld, aber angesichts der guten Laune auf der Rückfahrt, dürfte das nicht der Fall gewesen sein. Und wer glaubt, dass er etwas verpasst hat, sollte sich beim nächsten Mal rechtzeitig anmelden und wird hoffentlich auch sein blau-weißes Wunder erleben.

Dreimol Mengde-Iaah
Heinz-Peter Schumacher